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Geschirrspüler

Geschirrspüler von Ikea reparieren (Whirlpool)

Meine Firma gibt es nun seit etwas über 15 Jahren und fast genauso alt ist der Geschirrspüler von Ikea, den ich damals in der Einbauküche verbaut habe. In diesen rund 15 Jahren habe ich das Gerät bereits ein paarmal ausgebaut und gewartet bzw. repariert. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht wirklich eine Ahnung von Geschirrspülern hatte und auch heute kein Profi bezüglich dieser Geräte bin. Als Elektriker habe ich in der Ausbildung zwar so einiges gelernt, aber interessanterweise war die Reparatur von solchen Geräten in keiner Weise dabei. Ich will hier auch gleich ehrlich sein, ein paar Fehler des Geräts hätten sich einfacher beheben lassen, wenn ich dann schon ein Minimum an Erfahrung bezüglich dieser Geräte gehabt hätte. Nun, in Nachhinein ist man immer schlauer 🙂

An dieser Stelle sei angemerkt, dass der Umgang mit solchen Geräten bzw. das Innere der Geräte sehr gefährlich sein kann. Wer also keine Ahnung von Elektrizität oder dem Umgang mit Wasser / Abwasser hat, der lässt besser die Finger davon und ruft einen Fachmann. Die hier aufgeführten Erfahrungen sollen als Hilfestellung zur Fehlerbehebung dienen. Ich lehne aber jegliche Haftung bezüglich deren Umsetzung mit Nachdruck ab.

Ebenfalls muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich hier nicht auf einen ganz bestimmten Fehler eingehen werde, sondern vielmehr eine Sammlung von Störungen des Geschirrspülers und deren Behebung aufliste. Andere Geräte haben wieder andere Fehler und daher ist es unmöglich, den ganzen Bereich abzudecken.

Erste Störung nach etwa 4 Jahren Betriebszeit

Die erste Störung des Geschirrspülers war ziemlich gemein. Und nein, ich habe nicht lange am Fehler gesucht, sondern vielmehr eine zweite Störung verursacht, die dann wirklich Nerven gekostet hat. Tia, selber schuld. Aber der Reihe nach.

In der Firma QNex GmbH, dort steht das Gerät, wurde sehr viel Kaffee konsumiert. Aus diesem Grund gab es für den Geschirrspüler auch sehr viel Kaffeetassen zu spülen. Man kann sagen, es war seine Hauptaufgabe. An und für hat die Maschine das auch tadellos erledigt. Bis dann der Tag kam, an dem sie mitten im Spülvorgang abgestellt hat und sich dann für einige Zeit nicht mehr einschalten liess. Wenn sie dann irgendwann wieder anlief, lief sie meist nicht lange und schaltete wieder ab. Da ich nicht sofort Zeit hatte, mich um das Problem zu kümmern, vergingen sicher etwa 3 Wochen, während denen das Gerät einmal lief und dann wieder nicht mehr.

Soweit so gut. Um das Gerät prüfen bzw. reparieren zu können, musste es ausgebaut werden. Bei mir ist es so, dass der Geschirrspüler nur gerade mit zwei Schrauben unter der Arbeitsplatte der Einbauküche festgeschraubt ist. Löst man diese, kann man das Gerät mehr oder weniger bequem hervorziehen. Natürlich muss man dafür das Gerät vom Strom, Wasser und Abwasser trennen. Das geht bei mir recht schnell, da ich nur den Stecker ziehen, die Klammer für den Abwasserschlauch lösen und den Hahn der Wasserzuleitung zuschrauben muss. Anschliessend kann ich noch den Wasserschlauch abdrehen und die Maschine vorsichtig aus dem Einbauschacht rausziehen. An dieser Stelle schon mal ein paar wichtige Hinweise:

– Schalten Sie das Wasser ab (Hahn zudrehen) und prüfen Sie beim Lösen des Schlauches, ob wirklich kein Druck mehr da ist

– Trennen Sie das Gerät vom Strom und stellen Sie sicher, dass kein Wasser in die Steckdose gelangt

– Halten Sie vor diesen Arbeiten Eimer und Lappen bereit. Im Gerät befindet sich noch genug Restwasser, das eine schöne Sauerei anrichten kann

Ist das Gerät mal draussen, kann man es auf einen Werktisch stellen. Achtung: Da kommt dann noch Wasser aus dem Abwasserschlauch und auch in der Zuleitung ist noch ein guter Schluck. Also die Enden der beiden Wasserleitungen in einen Eimer halten. Es versteht sich von selbst, dass das Gerät vor diesen Manipulationen ausgeräumt werden muss. Also kein Geschirr mehr drin lassen, Körbe raus und nötigenfalls noch vorhandenes Wasser abschöpfen.

Mein Geschirrspüler und übrigens auch viele andere Geräte, hat an der Unterseite ein Blech montiert. Bereits als ich den Spüler nur ein wenig gekippt habe, lief da ein ordentlicher Schluck Wasser raus. Bereits diese Tatsache hat mich schnell darauf gebracht, was das Problem war. Dieses Blech unter dem Geschirrspüler ist nichts anderes als eine Art Auffangwanne. Läuft da Wasser rein, wird ein Schwimmerschalter nach oben gedrückt und die Maschine stellt sofort ab. Damit schliesst sich auch sofort das Magnetventil der Wasserleitung und so wird verhindert, dass z.B. die Küche überschwemmt wird.

Auf dem Bild ist der Schwimmerschalter (Teil im Vordergrund mit der weissen Fläche und links / rechts ein Schlauch) gut zu erkennen. So sieht das aus, wenn man den Boden der Maschine entfernt hat.

Meine Maschine hatte also Wasser in der Auffangwanne und das hatte zu den Abschaltungen geführt. Wenn das Wasser mit der Zeit verdunstet ist, schaltete der Schwimmerschalter wieder zurück und man konnte die Maschine wieder so lange benutzen, bis erneut Wasser in den Auffangbehälter lief. Unter normalen Umständen läuft da aber kein Wasser rein. Das Wasser musste also irgendwo herkommen und die Ursache war der Kaffee.

Quatsch, wird jetzt der eine oder andere sagen, aber das ist mein voller Ernst. Hier die Erklärung: Über die Jahre hinweg hat die Maschine ein paar tausend Kaffeetassen gespült. In jeder Tasse drin hatte es auch immer etwas Kaffeesatz. Der Kaffeesatz wirkte so ähnlich wie wenn man Sand in die Maschine geschüttet hätte. Er setzte sich nach und nach in kleinen Mengen bei der Türdichtung an der Front der Maschine ab. Vor allem an der Unterseite schaffte es der Kaffeesatz in jede Ecke zu gelangen. Irgendwann wurde dann die Tür undicht und das Wasser lief in geringen Mengen auf direktem Weg in die Auffangwanne. Dort wurde dann der Schwimmerschalter ausgelöst und die Maschine stand still.

Die Störungsbehebung wäre dann relativ einfach gewesen. Dichtung reinigen, Maschine wieder einbauen. Wäre ist der richtige Ausdruck, denn ich habe es geschafft eine neue Störung einzubauen.

2. Störung - Hätte nicht sein müssen

Die zweite Störung hätte nicht dümmer laufen können. Ich hatte wie oben beschrieben die Maschine gereinigt und wieder eingebaut. Sie lief etwa einen Tag und dann ging das Spiel von vorne los. Die Maschine stellte mitten im Spülvorgang ab und wollte auch das Wasser nicht mehr abpumpen. So eine Sch…..

Maschine wieder ausgebaut – Auffangwanne leer. Also konnte der Fehler nicht vom Schwimmerschalter kommen. Aber was war es dann? Und wieso lief auch diesmal die Maschine einmal richtig und dann wieder nicht? Damit ich die Störung lokalisieren konnte, schloss ich das Gerät ausserhalb der Einbauküche an und fing an zu testen. Kein Fehler. Alles läuft wie gewünscht. Nach mehreren Versuchen (Waschgängen) und keinem Fehler, baute ich die Maschine wieder ein. Ob man es glaubt oder nicht. Der Fehler war wieder da. Ich fing an nach der versteckten Kamera zu suchen und erfand ganz neue, kreative Fluchwörter, die ich an dieser Stelle dem Leser vorenthalte. Erneut baute ich die Maschine aus, suchte den Fehler, fand keinen und schob sie schliesslich wieder zurück in den Schacht. Da lief sie dann mal und mal nicht. Ich hatte weder Lust noch Zeit, mich tagelang mit dem Teil auseinander zu setzen und verschob die Fehlersuche auf ein andermal.

Ich könnte jetzt hier die ohnehin schon lange Story noch viel länger werden lassen, erspare das dem Leser aber und komme gleich zum Punkt. Der Fehler lag beim Einbau der Maschine in den Schacht unter der Küchenzeile. Wie kann das sein?

Nun, ganz einfach. Als ich die Maschine zum ersten Mal aus dem Schacht herausgenommen habe, musste ich danach auch die Füsse derselben von der Unterseite abschrauben. Bei den Füssen handelt es sich um einfach Kunststoff-Teile mit einem Gewinde. Das Gewinde dient dazu, die Maschine im Schacht drin an die Höhe anzupassen bzw. auszurichten. Als ich die Maschine wieder in den Schacht eingebaut habe, musste ich natürlich auch die Stellfüsse wieder entsprechend anpassen. Und genau das wurde mir zum Verhängnis. Ich habe beim Einbau nicht beachtet, dass die Stellfüsse übers Kreuz nicht dieselbe Höhe hatten. Das heisst, das Gehäuse der Maschine hat sich ganz leicht verzogen (Torsion). Das wäre an und für sich kein Problem, da die Dichtigkeit der Tür dadurch nicht beeinträchtig wurde. Aber etwas ganz anderes wurde beeinträchtig. Der Sicherheitsschalter an der Tür. Die Maschine hat an der Oberseite einen Kunststoff-Nocken, der wie eine Art Schlüssel in eine Öffnung der Tür passt. Nur wenn die Maschine korrekt geschlossen ist, gibt dieser Schalter die Maschine frei. Wird z.B. die Maschine im laufenden Betrieb geöffnet, dann ist es genau dieser Schalter, der der dafür verantwortlich ist, dass die Maschine abstellt.

Nur, wie konnte dieser Schalter die Maschine zwar anfahren lassen, aber dann dennoch im laufenden Betrieb abschalten?

Dem Problem kam ich eigentlich eher durch Zufall und zugegeben einem kleinen Wutanfall auf die Spur. Ja, Sie lesen richtig und ich stehe dazu. Irgendwann lief die Maschine wieder einmal korrekt an und stellte mitten im Betrieb ab. Vor lauter Freude über den Fehler habe ich meinen Schuh an der Front der Maschine parkiert. (Schon gut, ich habe ihr einen kräftigen Tritt verpasst, okay?) Siehe da, sie setzte den Waschvorgang fort und brachte ihn erfolgreich zu Ende. Hatte mein Schuh eventuell Zauberkräfte oder so? Natürlich nicht. Durch den Schiefstand der Maschine war der Schlüsselschalter an der Front beim Start gerade noch so just betätigt worden. Wir reden hier von einem Millimeter oder sogar weniger. Im Laufe des Waschvorgangs hatte der Druck und die Wärme im Innern der Maschine dazu geführt, dass die Tür eben genau um diesen Millimeter nach aussen gedrückt wurde und der Schalter den Kontakt geöffnet hat. Also in etwa so, wie wenn man die Tür geöffnet hätte. Fazit, die Maschine stellte ab und wartete darauf, dass die eigentlich geschlossene Tür richtig geschlossen wurde. Was hat das nun aber mit dem Schiefstand zu tun? Nun, die Toleranz des Schalters wurde durch den Schiefstand negativ beeinträchtigt. Die Tür liess sich gar nicht mehr richtig schliessen bzw. der Kunststoff-Nocken reichte nicht mehr genug weit in die Öffnung hinein. Das wurde mir dann ziemlich schnell mal klar und nach ein paar Handgriffen stand die Maschine gerade und das Problem war dauerhaft behoben.

3. Störung - Diesmal nicht meine eigene Schuld

Die dritte Störung kam dann vor ein paar Tagen, nach einer Betriebszeit von etwa 15 Jahren. Ich stellte irgendwann beim Ausräumen der Maschine fest, dass das Geschirr zwar gewaschen wurde, aber nicht sauber war. In der Annahme, dass ich ev. keinen Tab eingefüllt habe, stellte ich die Maschine erneut ein und lief weg. Beim nächsten Waschgang war das Ergebnis zwar besser, aber das Geschirr immer noch nicht wirklich sauber. Ich liess die Maschine nochmals laufen und stellte dann fest, dass das Wasser gar nicht heiss wurde. Meine Maschine konnte nur noch kalt waschen und das erklärte dann auch das nur teilweise saubere Geschirr. Der erste Gedanke war natürlich eine defekte Heizung. Also musste ich die Maschine wieder einmal ausbauen und das prüfen. Hierfür muss an der Unterseite wiederum das Blech (Die Auffangwanne) abgeschraubt werden. Diesmal habe ich aber vor dem Entfernen der Füsse diese gemessen und die Höhe gleich auf das Blech geschrieben. Das spart viel Zeit beim Wiedereinbau nachher. An die Heizung kommt man sehr leicht ran. Hier nochmal das Bild von weiter oben:

Die Heizung ist das zylinderförmige, silbergraue Teil oben links. Oben rechts sieht man die dazugehörige Pumpe. Bei dieser Heizung handelt es sich um eine Art Durchlauferhitzer. So eine Heizung kann man relativ leicht auf Funktion prüfen. In meinem Fall habe ich einfach den Widerstand an den beiden Anschlüssen mit einem Ohmmeter gemessen und dabei kamen 28 Ohm heraus. Das heisst, die Heizung war nicht defekt. Wenn es die Heizung nicht ist, dann kann es die Schaltung sein, welche die Heizung ansteuert. Ev. gibt es sogar eine eigene Sicherung, ein Relais, einen Thermostat oder was auch immer. Um das festzustellen, verfolgt man die beiden Drähte der Heizung einfach an ihren Ursprung zurück. In meinem Fall liefen die Drähte in die Tür an der Front, da sich in derselben die Steuerung der Maschine befindet. Bereits zu dem Zeitpunkt, als ich die Leitungen zurückverfolgt habe, kam mir ein Verdacht, der sich dann auch bestätigte. Da die Drähte vom festen Teil (Gehäuse) zum beweglichen Teil (Tür) liefen, konnten die Drähte am Übergang auch mit der Zeit brechen. Auf dem Foto sieht man diesen Übergang nicht sehr gut. Auf der linken Seite ist die Holz-Abdeckung und das darunter liegende Metallblech (weiss) zu sehen. Beim Übergang vom weissen Metallblech zum verzinkten Metallblech befindet sich noch ein Streifen. Das ist eine Art flacher Kunststoffschlauch, in dem alle Drähte geführt werden. Und in der Tat hat eine Messung dann ergeben, dass einer von zwei Drähten gebrochen war.

Neben dem Kabelbruch, der sich leicht beheben liess, sieht man auf dem Bild noch etwas andres. Ich hatte mich gleich mehrfach an dem scharfkantigen Innenleben der Maschine verletzt. Man muss also immer höllisch aufpassen, wo man da hin fasst und am besten von Anfang an gleich Arbeitshandschuhe tragen. Ich habe übrigens beide Drähte der Heizung in den Deckel neu eingezogen und danach beidseitig angelötet und sauber isoliert. Der Grund hierfür ist, dass ich sonst mehrere verbundene Stecker und Kabel hätte ersetzen bzw. neu verpressen müssen und dazu hatte ich weder das notwendige Material zur Hand noch wirklich Lust. Wenn man die Drähte wirklich sauber verlötet und mit Schrumpfschlauch isoliert, dann hält das genauso gut.

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